Weil am Rhein

Inspirierender Kunstgenuss

Foto: Weiler Zeitung
Foto: Weiler Zeitung

Von Jasmin Soltani Weil am Rhein-Ötlingen. Mit schrillen Tönen frisst sich ein Trennschleifer durch eine Holzscheibe, geduldig tupfen wenige Meter weiter Pinselstriche goldene Buchstaben auf eine Leinwand, in einem Hof macht ein Steinmetz vor, wie ein Speckstein mit Hammer und Meißel bearbeitet wird: Am gestrigen „Tag der Kunst“, der viele Besucher aus der Region den ganzen Tag über nach Ötlingen lockte, zeigten über 80 Künstler ihre Werke und ließen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen. Zum fünften Mal fand „der Tag der Kunst“ nun statt, und er hatte diesmal den Organisatoren um Gerhard Hanemann besonders viel Arbeit bereitet. Der Initiator der Freilichtgalerie „Art-Dorf Ötlingen“, der die Idee aus einem Italien-Urlaub mitgebracht hatte, erinnerte gestern bei der Eröffnung daran, dass es galt, eine Vielzahl von bestehenden Bildern auszuwechseln und neue aufzuhängen. Hanemann: Grenzen des Wachstums erreicht Immerhin sind 21 neue Künstler hinzugekommen, deren Werke nun an den Fassaden von Häusern sowie in Vorgärten und Höfen zu bewundern sein werden. Mit mittlerweile 80 Künstlern, deren Arbeiten in Ötlingen verbleiben, sei der Rahmen für die Freilichtgalerie allerdings ausgeschöpft, betonte Hanemann. Nur noch wenige Flecken dürften noch im Ort auszumachen sein, um weitere Kunstobjekte zu installieren. „Die Freilichtgalerie wird sich nicht mehr groß verändern, aber sie wird qualitativ besser werden können“, betonte Hanemann. Denn es ist weiterhin vorgesehen, die Werke in Zustimmung mit Künstlern und Hauseigentümern alle paar Jahre auszuwechseln. Gerhard Hanemann dankte allen seinen Helfern, die die Mammutaufgabe gemeistert haben, den „Tag der Kunst“ zu organisieren. Namentlich erwähnte er Andrea Strübe, Gerhard Brumunt, seinen Bruder Klaus Hanemann, Rainer Lehmann und Günter Schoch von der Gruppe Fotografie K6. Ortsvorsteherin Helene Brombacher lobte das Engagement von Gerhard Hanemann. Er habe es verstanden, Künstler, Stadtverwaltung, Hausbesitzer und „uns alle“ von seiner Idee zu begeistern. Die Freilichtgalerie sei eine „Auszeichnung für Ötlingen“ und zeige die Lebensqualität, die das Dorf kennzeichne, sagte die Ortsvorsteherin, und rief alle dazu auf, dieses Lebensgefühl zu genießen. Helene Brombacher: Lebensqualität nach Ötlinger Art Als „Zeichen von ganz großem Bürgersinn“ wertete Oberbürgermeister Wolfgang Dietz den Einsatz von Gerhard Hanemann, habe er doch Menschen dafür begeistern können, ihre Häuser der Kunst zur Verfügung zu stellen. Auch wenn die Freilichtgalerie, die aus kleinen Anfängen gewachsen sei, nun an ihre Grenzen stoße, so werde sie erhalten bleiben, sagte Dietz und freute sich, dass sich neben Künstlern aus dem Dreiländereck, auch solche aus ganz Europa und aus den USA am „Tag der Kunst“ beteiligten. Ausgiebig Zeit blieb den zahlreichen Besuchern nach der von Hansi Kolz, Gerd Maier und Heinz Uebel musikalisch umrahmten Eröffnungsfeier, sich bis in den frühen Abend hinein bei einem Spaziergang durch den Ort von den Werken der Kunstschaffenden inspirieren zu lassen. Die Künstler wiederum gaben gerne Auskunft über Techniken und Stilrichtungen, nutzten den Tag zudem für Verkauf und geschäftsfördernde Kontakte ebenso wie für Gespräche mit anderen Kollegen. Am Ende waren sich die meisten Künstler und Organisator Hanemann einig: Der „Tag der Kunst“ ist einfach“eine rundum schöne Aktion“.

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